
panthermedia.net/Steven Paine
Die Corsage – Sie ist die Mutter aller Dessous und gleichzeitig auch ihre Königin. Kein anderes Kleidungsstück umschmeichelt so sehr die Figur einer Frau und hebt ihre Weiblichkeit so hervor. Kein anderes Dessous kann auf eine so lange Tradition wie sie zurückblicken.
Etwa Anfang des 16. Jahrhunderts trugen die sogenannten Edeldamen Corsagen. Zu dieser Zeit wurden metallene Verstärkungen in das Oberteil eingenäht, denn das Ziel war es das der Körper so aufrecht wie möglich gehalten wird. Auch der Busen sollte abgeflacht werden, denn zur damaligen Zeit galt es, als Zeichen niederen Standes einen großen Busen zu haben.
Die Form und der Schnitt der Corsage änderten sich mit der Mode über die Jahre hinweg. Das was wir heute als Korsett verstehen, entstand zum Beispiel erst Ende des 17. Jahrhunderts. Ein Schnürmieder, welches sich eben durch seine besonders enge Schnürung auszeichnete. Das Ziel war die Silhouette einer Sanduhr. Gefertigt wurde das Korsett hauptsächlich aus Fischgräten und Leder, da diese Materialien den meisten Halt versprachen.
Im Modeland Frankreich wurde es später en vogue seine Brust wieder zu zeigen und so rutschte die Oberkante des Korsetts unter die Brust. Um 1830 gab es eine kleine Revolution für die Corsage, denn da wurde die Planchette erfunden. Ein System aus Haken und Ösen, welches das Ankleiden mit einer Corsage um ein Vielfaches vereinfachte. So war der Übergang vom Korsett zur Corsage auch eher fließend. Heute gibt es beide Formen noch immer. Sie unterscheiden sich darin, dass das Korsett im Gegensatz zur Corsage auf dem Rücken geschnürt wird.
Die heutigen Modellen sind nicht mehr unbedingt mit den körpereinschnürenden Vorgängern zu vergleichen. Corsagen gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Materialien. So ist es möglich, sie zu verschiedensten Anlässen zu tragen. Eine entscheidende Gemeinsamkeit gibt es jedoch zwischen der historischen und der heutigen Corsage. Durch sie wird unser Körper entsprechend einem gesellschaftlichen Idealbild geformt.