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Die Popmusik im Jahre 2011 stand zunächst ganz im Zeichen der Frauenstimmen.
Nachdem Amy Winehouse, begnadete Musikerin mit ungesundem Lebenswandel, ein weiteres prominentes Mitglied des Club 27 wurde, schickten sich dieses Jahr viele talentierte Künstlerinnen an, um die, durch Amys zu frühes Ableben, frei gewordene Stelle im Popolymp zu besetzen. Ein halbes Jahr nach ihrem Tod erschien das Album “Lioness: Hidden Treasueres”, dass noch einmal unterstreicht, warum gerade diese skandalöse Sängerin von allen Kritikern gelobt wurde.
Fairerweise muss man auch einen Blick auf die Künstlerinnen werfen, die viel zu lange nur in Amys Kielwasser geschwommen sind. Es kommt die Frage auf, warum musikalische Bewertung heutzutage nur im Vergleich funktioniert. Man nehme die französische Popdiva Zaz, die mit ihrer Neuauflage des französischen Chansons durch ihr eigenes Werk zu überzeugen vermag. Hier sind Parallelen zu Winehouse nicht erkennbar und beim besten Willen auch nicht nötig.
Richtungsweisend waren auch die Veröffentlichungen des deutsch-schweizerischen Frauen-Duos Boy, oder dem Trio Austra, einer kanadischen New-Wave Band mit mystischem, klerikalem Sound.
Sie alle schafften das, was lange Zeit nicht mehr für möglich gehalten wurde, nämlich Klasse und Anspruch in Zeiten von Konservenmusik à la Justin Bieber und Konsorten auch im Bereich der Popmusik lebendig zu halten.
Die Herren der Schöpfung blieb dieses Jahr deshalb nichts anderes übrig, als den Damen in puncto musikalischer Innovation das Feld zu räumen. Hier ist bei Weitem kein Messias in Sicht, der Popfans aus dieser immer-gleich-klingenden Folter der Ohren erlösen könnte.
Alte Eisen werden wieder aus dem Feuer geholt. Grönemeyer führt auf seine alten Tage wieder die Hitlisten an und Udo Lindenberg, schon fast totgeglaubt, durfte sein hochgelobtes Musikal “Hinterm Horizont” präsentieren.
Natürlich kann in einer Zusammenfassung des Musikjahres der immer noch anhaltende Hype um die Popikone Lady Gaga nicht unerwähnt bleiben. Sie wusste auch dieses Jahr wieder mit der gekonnten Mischung aus hip-klingenden Songs und schrillen Outfits ihren Marktwert in die Höhe zu treiben.